MUSIK

FINGERFARBEN- ZUG NACH WIEN

Dienstag während Lockdown#1 im März, 09:30 morgens. Tom und ich sitzen vor den PCs - er in Graz, ich in Wien. Freisi und Matze kommen gleich dazu (online versteht sich); Tom und ich warten solange. Persönliche Treffen sind nämlich gerade nicht erlaubt 😷. Deshalb haben wir beschlossen, kurzerhand über Videokonferenz (!) einen Song zu schreiben. "Ich weiß auch nicht, aber mein Kind will heut' schon den ganzen Tag mit Fingerfarben malen.", erzählt mir Tom, während ich meinen Kaffee schlürfe und irgendeinen Nonsens auf YouTube abspiele. Ich muss lachen und schaue gedankenverloren in die Luft. Dabei denke ich: "Hmmm... Musik mit Farben?". 🎨 

 

Zugegeben, man könnten sich die Geschichte eines Songs romantischer vorstellen, aber genau so ist es "passiert". So hat die Corona-Krise also auch ihren Teil zu unserer Single beigetragen. Zu einem Liebeslied - in einer Phase der absoluten Distanz. Das war ein krasser Widerspruch, der uns wirklich gut gefallen hat. Und dann die Frage: "Wie ist das eigentlich, wenn's mit jemanden 'einfach passt'?". Für uns ist es so, als würde man mit Fingerfarben malen - unkompliziert, befreit und mit den kräftigsten Farbtönen, die das Leben zu bieten hat. 

 

Zwei Wochen nach Release. Tom und ich telefonieren: "Und jetzt stell' dir vor, mein Kind hätte an dem Tag nicht mit Fingerfarben malen wollen."


Matze: "Ein Greenscreen-Video wär' doch cool!"

Stoffi: "Ja! Wo man die ganze Band sieht! Ähm - Konsti, kannst du sowas?"

Konsti: "Mal schauen, glaub schon!"

 

Gleich vorweg: zu dem Zeitpunkt haben wir nicht gewusst, worauf wir uns da eingelassen haben - vor allem unser lieber Konstantin, der sich in der Post-Production ("fix it in the post") so dermaßen viel selbst beigebracht hat, dass ich es so in dem Umfang gar nicht wiedergeben kann (ich mein' WTF - ich SCHWEBE durch den Bildschirm). Gemeinsam mit Pia Möstl und David Lagger haben wir lange am Konzept gearbeitet. Wir finden es richtig gut, dass die gesamte Band zum ersten mal großflächig zu sehen ist. 

 

Und wie bitte? Was eine schwebende Eiskugel mit Fingerfarben zu tun hat? Das wissen wir auch nicht, aber: Who Cares? Geiler Scheiß. 🍨


KEINE KATASTROPHE- ZUG NACH WIEN

"Naja, ich steh halt schon ur lang auf sie - und sie hat einen Freund." ..."Ja, ist schon blöd, aber so schlimm ist es jetzt auch nicht." - Ganz richtig, aus diesen Worten wurden also die Songzeilen: "Das ist keine Katastrophe, aber ein bisschen kacke schon!". 🍎

 

Tamara fragte uns, was denn gerade so bei uns lost ist - tatsächlich dachte ich nicht, dass es genau diese Story zu einem Song schaffen würde. Tamara und Richy, zwei Songwriter und Freunde aus Berlin, waren im Sommer 2019 in Österreich unterwegs - dabei legten die beiden einen Zwischenstopp in unserem Band Proberaum ein; zum Glück!

 

Mit konkreten Worten und gleichzeitiger Mehrdeutigkeit wurden meine semi-peinlichen Momente mit der unbekannten Person aus dem Song stilvoll zu einem Rock-Song zusammengeführt.

 

Ob ich verraten will, um wen es sich dabei handelt? - Oh Gott, Nein! Ob die Person gemerkt hat, dass es sich um sie handelt? - Phu.. keine Ahnung!
Aber eines steht fest: Den Song hat sie auf jeden Fall gehört. 🎶


PIA! Kommt dir bekannt vor? Das ist kein Zufall. Tatsächlich kam die Initiative von unserer lieben Pia Möstl, ein Live-Video für uns zu drehen 🎬. Der Ton wurde ja schließlich auch live aufgenommen (heißt also, dass alle Musiker zur selben Zeit in einem Studio stehen und den gesamten Song in einem Take aufnehmen) 📼. 

 

Während wir also ultra-konzentriert waren, um uns ja nicht zu verspielen, waren wir zusätzlich hyper-konzentriert (ist hyper die Steigerung von ultra?), dabei auch noch einladend und appetitlich auszusehen!

Vorteil: Man ist nach einem Tag damit fertig!
Nachteil: Verdammt, war das anstrengend!


WIE DU - ZUG NACH WIEN

"Es tut mir leid, dass ich so wenig Zeit mit dir verbracht habe." - mein Papa spricht diese Worte und in mir bewegt sich plötzlich Einiges. Meine Gedanken fahren ein nostalgisches Karussell 🎠. Wie die bunten Lichter im Wiener Prater ziehen Erinnerungen aus meiner Jugend und Kindheit an mir vorbei. Gemeinsam mit Florian Ragendorfer und Lukas Hillebrand gaben wir dem Song und der Musik eine Form; mit Johannes Herbst als Produzent fand das Stück dann die Vollendung in Sound und Produktion für die gesamte Band. 🎧

 

Unabhängig davon, ob man als Elternteil alles richtig gemacht hat oder nicht - wir wollen "Danke" sagen ❤️! Eine Versöhnung, die vielleicht gar nicht notwendig gewesen wäre, bringt eine Erkenntnis mit sich: Wir können nun auf eigenen Beinen stehen. Und alles was war, dürfen wir hinter uns lassen. 


"Phu, ganz ehrlich Stoffi: Wir haben weder das Geld, noch die Möglichkeiten." - tolle Aussichten oder? Zumindest waren das Konstantin's Worte als wir gemeinsam an einem Videokonzept für "Wie Du" getüftelt haben. Tatsächlich standen wir vor der Herausforderung, den vielleicht emotionalsten Song, den wir je geschrieben hatten, in ein Video zu packen. Aber: "Liebe kann man kaufen!" - Äh, oder wie war das nochmal? 💸

 

"Ja, wir laden unsere Mamas und Papas einfach zum Essen ein!", sagen wir aufgeregt - eine Idee, die auf den ersten Blick am Ziel vorbei erscheint. Rückblickend betrachtet, war das die einzig richtige und gleichzeitig schönste Lösung. Damit haben wir nämlich die eigentliche Hauptfigur in den Mittelpunkt gestellt: unsere Eltern! Das kleine Video-Budget, das wir zur Verfügung hatten, haben wir in gemeinsame Zeit investiert. Das Video birgt für uns sowohl schöne Erinnerungen als auch einen symbolischen Wert, der für die Band unbezahlbar ist.  


RAKETENSTART - ZUG NACH WIEN

Wie 100.000 Mini-Raketen schossen uns Glückshormone durch den Kopf, als wir den zweiten Song unserer Band geschrieben und mit Johannes Herbst finalisiert haben. Von Anfang an war wichtig: Der Refrain ist ein Gefühlsausbruch an Glückseligkeit – man startet wie vom höchsten Punkt einer Hochschaubahn hinein ins pure Vergnügen.  Die Strophe, der Pre-Refrain – alles spitzt sich darauf zu! 🚀

 

Der graue Alltag kommt schleichend. Und wenn er da ist? Dann hat man oft Schwierigkeiten auszubrechen. Man akzeptiert gewisse Umstände und meint, man könne sie ohnehin nicht ändern – das kennen wir nur zu gut. Das Schöne ist: Manchmal kann man das; oft sogar sofort und zu jeder Zeit! Wir sind davon überzeugt, dass jeder die Zündhölzer für den eigenen Raketenstart selbst in den Händen hält.


„Da setz‘ ich mich nicht rein!“ – hörten wir beim Videodreh im Märchenpark St. Margarethen eigentlich nie. Beide Hauptfiguren, sowohl Ernstl als auch Sadé, hatten sichtlich Spaß! Was sollte man denn sonst tun in einem Freizeitpark, außer Spaß haben?

 

Das war auch unser Gedanke, als wir uns für St. Margarethen entschieden haben. Spätestens wenn man aus dem „Götterblitz“ aussteigt und einem das Herz bis zum Hals schlägt, weiß man wieder, wie sich „Lebendig-Sein“ anfühlt. Sich frei fühlen – Das kann man in Themenparks einfach super!

 

Also Freunde, auf zu den Freizeitparks dieser Welt! Zumindest dorthin, wo es sich wie einer anfühlt! 😍

LANGE NICHT GEFRAGT - ZUG NACH WIEN

„Kannst du dich eigentlich an den Tag erinnern, an dem du zuletzt nur für Dich etwas gemacht hast?“. Zugegeben – als ich das von meiner Schwester gefragt wurde, brauchte ich für die Antwort erstmal Zeit. Langes Grübeln half nichts. Wir kamen zu dem Entschluss: „Keine Ahnung, aber es passiert offenbar viel zu selten!“

 

Grund genug, um darüber einen Song zu schreiben! Also: Was hält uns eigentlich davon ab, das zu tun, was man am liebsten tut? Grundsätzlich könnte man ja behaupten, man sei selbst dafür verantwortlich. Eine Antwort, die anfangs vielleicht etwas bedrückt, aber in Wahrheit beflügelt – und zum Glück ist es so! Was meinst Du?

 

Am besten einfach mal reinhören und Dich mal die Dinge fragen, die Du dich schon länger nicht gefragt hast! 🏖️


„Wir brauchen ein riesiges leerstehendes Gebäude, bestenfalls etwas heruntergekommen, mit parallel zusammenlaufenden Gängen, viel Sonnenlicht, guter Zugänglichkeit und abwechslungsreicher Umgebung!“ – Nun ja, nichts leichter als das.

 

Genauso viel Glück wie mit der Besetzung unseres Filmteams Albert Car, Luzia Johow und Lukas Köchler, hatten wir mit unserer Location für das erste Musikvideo der Band. Wo zum Teufel wir die Anfangsszene gedreht haben? Tatsächlich war ein groß angelegter Kupferdiebstahl – liegt bereits Jahre zurück – für die urige Kulisse verantwortlich und schlussendlich auch dafür, dass das Gebäude ungenutzt blieb und wir das Musikvideo dort drehen durften. Das Gebäude wurde mittlerweile bereits vollständig abgerissen.

 

Der One-Take nahm zwei Tage Drehzeit in Anspruch und noch viele weitere in der Vorbereitung. Auch wenn es anstrengend, schweißtreibend und sehr aufwändig war, lag man sich zum Schluss gegenseitig in den Armen und sagte: „Mmhhh, Pizza.“, und danach: „Verdammt, wird das gut!“ – Das Resultat kann sich sehen lassen! Wir hoffen, Du siehst es ähnlich wie wir! 😋